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Oh je, ich bin total sommervergrippt und verschnupft – und der Terminkalender ist voll herrlicher Weinevents mit mir. Die Hammer-Medikamente zaubern mich zwar fit für die große Bühne. Dennoch rieche  und schmecke ich an einem Abend nix. Gar nix.
Damit das Glück im Glas nicht ins Wasser fällt, verdonnere ich meinen besten Verbündeten. Mein Mann muss als Vorkoster bei den Weinen mit Naturkorken ran. Die teste ich natürlich immer vor einem vinophilen Glücksrausch, will meinen Kunden ja reinen Wein einschenken.

Nun ja, mein Liebster ist von Hause aus Biertrinker und schätzt erstklassigen Wodka und Gin.

Er wird blass, als ich ihm den Probierschluck eines DOCG-Chianti reiche.  Und bekommt wieder Farbe, als ich ihm ganz nasal erkläre: ‚Locker bleiben, Baby. Wir sagen immer, dass uns der Wein schmeckt. Aber in erster Linie ist das doch eine Riech-Orgie. Beim Schluck im Mund wandern die Aromen-Moleküle über den hinteren Rachenraum in die Geruchs-Sinnesszellen der Nasenschleimhaut. Und dort angekommen, rufen wir im besten Fall entzückt: Oh, der schmeckt!  Nennt sich in der Weinfachsprache: Retronasaler Geschmack.‘

Für ausprobierfreudige Menschen: Einfach Nase zuhalten und einen Schluck Wein trinken.

Also, mein Mann, gelernter Betonbauer wie ich, fingert mit seiner Löwentatze filigran am Weinglas rum, schnuppert, nippt und sagt dann mit leuchtenden Augen: Hm, lecker!

Foto: A.L. mit dem Weißburgunder vom Weingut Emil Bauer & Söhne

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