Susanne Storck

Meine Motivation

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Ich liebe Fluss-Landschaften. Und diese Liebe führte mich vor vielen Jahren zu einem Kurzurlaub an die Mosel. Danach war ich infiziert – von Land und Leuten, von der Jahrtausende alten Weinkultur und einer Berufsgruppe, die, wie kaum eine andere, von der Natur abhängig ist und mit ihr im Einklang lebt. Ich half immer mal wieder im Herbst in der Weinlese. Sattreife Rieslingtrauben direkt vom Rebstock gepflückt, schmecken einfach köstlich. Und der frisch gepresste Most aus der Weißweintrauben-Maische scheint direkt aus dem Schlaraffenland zu fließen. Die Herstellung von Wein erschien mir damals noch wie Zauberei.

Lange blieb mein Interesse und meine Begeisterung für die Welt des Weins ein Hobby. In meinem Hauptberuf war ich ja Redakteurin bei der Funke Mediengruppe (früher WAZ Mediengruppe). Ein toller Job! Die Jahre gingen ins Land, unser Berufsbild veränderte sich und ich dachte immer mal wieder: „Soll es das schon gewesen sein?“

Und dann bot sich mir die Chance auf einen beruflichen Neuanfang. Ich ergriff sie. Denn es hat mich schon immer gereizt, neue Wege zu gehen und neue Herausforderungen anzunehmen. Die Frage „Was machst du in Zukunft?“ stellte sich gar nicht. Ich wusste: Es wird der Wein. Ich ließ mich ein auf ein Abenteuer, das bis heute nicht an Spannung verloren hat.

„Und plötzlich weißt du:

Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen…“

Meister Eckhart

„Abgefahren“

Wer Ballast abwirft, wird reich beschenkt

Das ist das Fazit, das ich aus meiner Reise mit dem Fahrrad durch die südliche Hälfte Deutschlands – und letztlich zu mir selbst – ziehe. Meine Eindrücke schildere ich in dem Buch „Abgefahren – Auf dem Rad durch Deutschland mit wenig Geld und viel Gepäck“, erschienen im Verlag Sportwelt. Darin beschreibe ich meine verrückte Radtour von Mülheim an der Ruhr bis zum Bodensee und zurück. Gestartet mit 16 Kilo Gepäck und nur 400 Euro Bargeld, fahre ich in 51 Tagen 2716 Kilometer durch Deutschland. Die Geldkarte bleibt zuhause. Um meine Reisekasse aufzubessern, helfe ich in der Zucchini-Ernte auf einem Bauernhof, bei einem Ziegenzüchter im Stall. Und auf zwei Weingütern. Auf dieser Tour wird der Grundstein für meinen heutigen Beruf als Weinerlebnisgeber gelegt. Denn ich erlebe hautnah: Es lohnt sich, sich für seine Träume abzustrampeln.

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