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Finale in der Vorrunde: Zum dritten Gruppenspiel der deutschen Fußball-Elf bei der EM empfiehlt Weinbegleiter Ruhr eine 2014er Scheurebe, feinherb, vom Weingut Sinß an der Nahe. Dieser Wein besticht durch eine herrlich exotische Frucht und eine Restsüße, die sich auf ein schönes Zusammenspiel mit der Säure einläßt. Und er ist ein Versprechen für all die warmen Sommertage, die nach dem Dauerregen hoffentlich noch kommen.

Scheurebe von der Nahe

Weinberge an der Nahe.

Weinberge an der Nahe.

Winzer Johannes Sinß mag die „mineralisch-feine Seite“ dieses Tropfens und seine „schöne saftige Süße“. Weinbegleiter Ruhr hatte das Vergnügen, das Weingut und seine Macher in Windesheim im Rahmen eines Sensorik-Seminars des Deutschen Weininstituts (DWI) kennenzulernen. Der Ort liegt im Weinanbaugebiet Nahe, das sich durch eine große Boden-Vielfalt auszeichnet. Über 180 Bodenarten soll es hier geben, oft wechseln sie innerhalb eines Weinbergs, sogar einer Lage mehrfach. Das ist einzigartig in Deutschland.

Ausdrucksstarke „Spontis“

Johannes Sinß, Absolvent der Weinbau-Hochschule Geisenheim, ist auf dem Weingut für die Kellerarbeit zuständig. Mit seinen Eltern arbeitet er Hand in Hand. Dort entstehen herrliche Rieslinge, weiße und rote Burgunder. Die Weine sind in Guts-, Orts- und Lagenweine gegliedert. Das Credo der Familie: „Weil wir bereits im Weinberg mit viel Handarbeit auf perfekte Trauben hinarbeiten, darf im Keller jeder Wein werden, wie er will.“ Das heißt: Johannes Sinß setzt auf Spontangärung mit natürlichen Hefen, die im Weinberg, an den Trauben und im Keller vorkommen. Zwei Drittel seiner Weine sind inzwischen „Spontis“. „Das ist eine Entwicklung, man lernt jedes Jahr dazu“ sagt der Winzer. Im Vergleich zur alkoholischen Gärung mit Reinzuchthefen findet er seine Weine „ausdrucksstärker und ehrlicher“. Und  zwar in dem Sinne, dass sie mehr über ihre Herkunft, die Lage, den Boden aussagen.
Die Sinß-Weine sind einfach spannend, und es macht großen Spaß, sie zu entdecken.

Kartoffelschnaps statt Wein

Nach diesem Heimspiel ist der Rest schnell erzählt. Nicht, weil der EM-Neuling Nordirland nicht gebührend gewürdigt werden soll. Aber: Klimawandel hin, Klimawandel her, in Nordirland gibt es einfach keinen Weinanbau. Das funktioniert dort nicht. Aber, wie eine gebürtige Nordirin zu berichten weiß: Neuerdings sei dort Kartoffelschnaps wieder offiziell zugelassen. Na dann: Cheers!

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